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Kundenkartei und Website für einen Friseursalon

Digitale Karteikarte statt Karteikasten: Farbformel, Besuchshistorie und Allergien an einer Stelle. Läuft lokal im Salon, ohne Internet und ohne Cloud.

Branche
Handwerk · Friseur
Auftraggeber
auf Wunsch anonym
Art
Internes System
Stand
gebaut · Start steht bevor

Was sich am Ablauf ändert

Vorher

6 Schritte

  1. Kunde kommt herein
  2. Im Karteikasten blätternentfällt
  3. Farbformel aus dem Gedächtnis rekonstruierenentfällt
  4. Nach Allergien fragen und hoffenentfällt
  5. Behandlung
  6. Notiz auf die Karte, wenn Zeit bleibtentfällt

Nachher

6 Schritte

  1. Kunde kommt herein
  2. Name eintippen, Karte steht daautomatisch
  3. Allergie springt ins Augeautomatisch
  4. Letzte Farbformel ablesenautomatisch
  5. Behandlung
  6. Besuch während der Einwirkzeit eintragen

4 Schritte fallen weg, 3 laufen seitdem ohne Zutun.

Ausgangslage

Ein Friseursalon, im Sommer 2026 neu eröffnet. Das fachliche Gedächtnis des Betriebs lag dort, wo es in fast jedem Salon liegt: im Karteikasten und in den Köpfen der Mitarbeiterinnen. Welche Farbformel beim letzten Mal angerührt wurde, wie der Kunde darauf reagiert hat, was er nicht mehr will.

Ein Punkt daran ist keine Bequemlichkeitsfrage. Angaben zu Allergien und Hauterkrankungen sind Gesundheitsdaten. Wer eine PPD-Allergie übersieht, verursacht keine unzufriedene Kundin, sondern eine Verätzung. Eine Karteikarte, die gerade jemand anderes in der Hand hält, ist an dieser Stelle kein brauchbares System.

Dazu kam: Der Salon war online nicht auffindbar. Wer in der Gegend nach einem Friseur sucht, fand ihn nicht.

Was gebaut wurde

Eine Kundenkartei, die auf dem Salonrechner läuft. Kein Server, keine Cloud, kein Login.

Die Startseite ist die Suche, weil der häufigste Vorgang im Salon nicht „Kunde anlegen“ ist, sondern „Kunde kommt herein und ich will wissen, was letztes Mal war“. Die Suche verzeiht Schreibweisen: muller findet Müller, strassle findet Sträßle, und eine Telefonnummer wird auch dann gefunden, wenn sie mit Leerzeichen gespeichert ist.

Auf der Kundenkarte stehen Kontaktdaten, Haarstruktur, Vorlieben und die Besuchshistorie mit Datum, Leistungen, Farbformel und Notiz. Die Formel steht in einem Feld für sich, in Schreibmaschinenschrift: 6/0 + 7/43, 30 ml, 20 Vol, 35 Min.

Die Allergie-Warnung ist der Angelpunkt. Sie erscheint auf drei voneinander unabhängigen Wegen: als rote Fläche, als großes Warnzeichen und als das ausgeschriebene Wort. Sichtbar schon in der Trefferliste, dann auf der Karte, und noch einmal im Formular „Besuch eintragen“. Rot ist in der ganzen Anwendung für genau diese eine Bedeutung reserviert: kein Abbrechen-Knopf, keine Fehlermeldung, kein Pflichtfeld trägt es. Ein Warnzeichen, das dreimal am Tag wegen eines leeren Feldes aufpoppt, wird beim vierten Mal auch dann übersehen, wenn eine Allergie dahintersteht.

Die Oberfläche trägt ihre Bedeutung über Symbole, jedes mit dem Wort daneben. Der Grund ist der Alltag am Tresen: Text wird dort nicht gelesen, und ein Teil des Teams liest kein sicheres Deutsch. Zwei unabhängige Hinweise auf dieselbe Sache sind der ganze Trick.

Was bewusst fehlt: keine Benutzerverwaltung, keine Rollen, kein Terminkalender, keine Kasse, keine Umsatzauswertung. Das ist eine Kundenkartei, kein CRM. Wenn das Eintragen eines Besuchs länger als eine halbe Minute dauert, passiert es im Salonstress nicht mehr, und eine halb gepflegte Kartei ist schlechter als gar keine, weil man sich auf sie verlässt. Eingetragen wird deshalb während der Einwirkzeit, mit halber Aufmerksamkeit.

Dazu die Website: neun Leistungsseiten, sechs Ratgeberartikel, Öffnungszeiten und Anfahrt. Statisch, ohne Kontaktformular, ohne Terminbuchung. Der Zweck ist gefunden zu werden, nicht Betrieb zu machen. Kein Cookie-Banner, weil nichts geladen wird, wofür man fragen müsste.

Was besser ist

Die Farbformel ist beim nächsten Termin da, statt im Kopf der Kollegin zu liegen, die heute frei hat. Die Allergie steht an der Stelle, an der man sie nicht übersehen kann, und nicht auf einer Karte im Kasten.

Und die Daten liegen im Salon. Die Anwendung ist an 127.0.0.1 gebunden, sie ist auf diesem einen Rechner erreichbar, nicht im WLAN und nicht im Internet. Gelöscht wird endgültig, ohne Papierkorb; Besuche, Notizen und Fotodateien verschwinden mit. Fotos gibt es nur mit gesetzter Einwilligung, und das Datum der Einwilligung wird mitgespeichert, weil eine Einwilligung ohne Datum im Streitfall wertlos ist. Aufnahmeort und übrige Kameradaten entfernt das Programm beim Speichern.

Jeden Morgen legt die Anwendung beim ersten Aufruf eine Kopie der Datenbank an und behält die letzten vierzehn.

Stand

Beides ist gebaut und abgenommen. Der Salon nimmt es in Betrieb; die Website geht mit dem Livegang der Domain online. Wie viel Zeit die Kartei am Tresen tatsächlich spart, steht hier erst, wenn es jemand gemessen hat.

Technisch

  • Astro
  • SQLite
  • Läuft lokal im Salon, ohne Internet
  • An 127.0.0.1 gebunden, kein Zugriff von außen
  • Tägliche Sicherung, die letzten 14 Kopien
  • Löschen ohne Papierkorb
  • Aufnahmeort wird aus Fotos entfernt

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